Von 1447 bis heute


Die Anfänge im Jahr 1447 bis ins späte Mittelalter


Anno 1351: Das Ende der "Herren von Rettenberg" ist gekommen. Nach dem Erlöschen des Mannesstammes (Elsbeth, die letzte Tochter des verstorbenen Heinrich III. von Rettenberg, heiratet den Tiroler Ritter Jörg von Starkenberg) erwirbt das Hochstift von Augsburg von Elsbeth das gesamte Anwesen einschließlich der Burg im heutigen Vorderburg (Gemeinde Rettenberg).

Damit hat das Hochstift Augsburg zum ersten Mal im Oberallgäu Fuß gefasst - und sicher spielte die Überlegung "Soll man die Getränkesteuern ins 'Ausland' (also nach Kempten) zahlen oder besser selbst behalten?" eine wichtige Rolle für die Gründung der Brauerei in Rettenberg!
Am "25. Januar 1447" schloß Conrat Bach als erster Bräu von Rettenberg einen Kaufvertrag mit dem Hochstift Augsburg über die Gründung einer Taferne (Wirtschaft) mit Braustatt'.

Über 200 Jahre führten sechs Generationen der Familie Bach den Gasthof mit Bräustatt.

In die Anfänge des 17. Jahrhunderts fiel auch die große Bauernrebellion in Rettenberg (1605 - 07). Die Gastwirtschaft bekommt zum ersten Mal einen Namen und heißt fortan "Beim Straub", weil die Wirtsleute während der Rebellion der Bauern Partei für den Landammann Alexander Straub ergriffen hatten.

Die Grndungsurkunde von 1447
Die Grndungsurkunde von 1447


Pest und Schwedenkrieg fordern ihre Opfer


Nach der Bauernrebellion wütete wenig später (1628 - 1635) die Pest in dem kleinen Allgäuer Dorf , das der Seuche fast vollständig zum Opfer fiel.
Wie durch ein Wunder überlebte die damalige Brauerei- und Wirtshausbesitzerin Anna Bach Pest und die anschließenden Wirren des 30-jährigen Schwedenkriegs.

Danach kehrten relativ ruhige Zeiten für die nachfolgenden Bräu-Generationen ein. Ab 1806 wird das Allgäu "bayerisch", das heißt, die 450-jährige kirchliche Herrschaft durch Augsburg wird vom Königreich Bayern abgelöst.
In diese Zeit fallen die Napoleonischen Kriege mit vielen Einquartierungen und endlosen Abgaben an die kriegsfährende Obrigkeit. Auch in der Rettenberger Brauerei-Wirtschaft machten sich die Kommandanten der durchziehenden Heere zum ärger der Wirtsleute breit.
Wahrscheinlich wurde der erste große Brand im Jahr 1806 durch einquartierte Soldaten ausgelöst. Wirtschaft und Brauerei brannten restlos ab!

Der Adler wird zum Markenzeichen


Nach Napoleons Verbannung wächst überall der Ruhm von Preußen auf Europas Schlachtfeldern und mit ihm das Nationalbewusstsein. Nicht der bayerische Löwe, sondern Preußens ADLER ziert fortan den Eingang des "Oberen Wirtes". 1819 heißt es deshalb erstmals in der kirchlichen Chronik: "Anna Maria Jörg, Adler-Wirthin zu Rettenberg"

Das Schicksal meinte es aber wiederum nicht lange gut mit der kleinen Brauerei: Ende 1877 brannte die Wirtschaft ein zweites Mal komplett nieder.
Mit unermüdlicher Tatkraft und Energie machte sich die damalige Bräu-Familie Müller an den Wiederaufbau der Gastwirtschaft. Doch kaum zwei Jahre später war es wieder der frühe Tod des Besitzers, der die Zukunft der Brauerei in Frage zu stellen drohte. 1879 stirbt Josef Müller mit 51 Jahren. über ihn steht in einem Nachruf: "Er war ein überaus freigebiger Wohltäter der Pfarrei, oft zu seinem Nachteil"



Wiederaufbau nach dem Brand


Kaum einen Monat nach seinem Tod kauft die Witwe Maria Theresia Müller vorausschauend die heutigen Grundstücke außerhalb des Dorfes, auf der die Brauerei in den Folgemonaten neu aufgebaut wurde. Die Wirtschaft im Dorf wurde wieder an alter Stelle aufgebaut.

1894 übergab Theresia Müller an ihren Sohn Andreas und dessen Braut Therese. Im gleichen Jahr wurde dem jungen Paar auch der Post- und Telegrafendienst übertragen. Im Gasthof "Adler-Bräu" stand somit für viele Jahre das erste und einzige Telefon der Gemeinde.

Andreas Müller übernahm das Erbe seiner Eltern im Bewusstsein, die Tradition des Familienbesitzes aufrechtzuerhalten und weiter zu entwickeln

Im Allgäu wurde um die Jahrhundertwende nahezu ausschließlich dunkles Bier getrunken.
Und so braute auch Andreas Müller den dunklen Gerstensaft mit viel Liebe nach einem Rezept, das uns bis heute erhalten geblieben ist.

Zwei Jahrzehnte später schlug das Schicksal erneut zu:
Im Winter 1917 brannte die Brauerei bei minus 20 Grad zum dritten Mal komplett ab. Das Löschwasser gefror in den Schläuchen "Das ausgebrannte Gebäude stand da wie ein großer Eisgalgen!" Erst im April 1920 konnte der Sudbetrieb wieder aufgenommen werden.

Der Familienname Zötler hält Einzug


Im November 1919 heiratete Herbert Zötler aus Altstädten die einzige Tochter der Bräufamilie Müller, namens Hedwig.
Der junge Zötler kam aus einer alteingesessenen Brauerfamilie aus Altstädten und brachte frisch erworbenes Fachwissen mit in die Ehe

Aber das junge Glück währte nicht lange: Nach nur achtmonatiger Ehe verstarb seine Frau Hedwig im Kindsbett.

Im August 1920 gründeten Andreas Müller und Herbert Zötler eine Gesellschaft zum gemeinsamen Betrieb der Brauerei, des Brauerei-Gasthofs und der Landwirtschaft.
Wiederum zwei Jahre später heiratet Herbert Zötler I. seine zweite Frau, Maria Groß aus Schwäbisch Gmünd. 1924 wurde dann der Stammhalter, Herbert Zötler II. und 1926 die Tochter Hedwig geboren.
Dem Bräu Herbert Zötler war es leider nur 15 Jahre möglich, seine Kraft dem Aufbau der Brauerei zur Verfügung zu stellen: Am 2.5.1935 verstarb Herbert Zötler I. viel zu früh an einer Lungenentzündung.



Und Wieder rettet eine Witwe den Familienbesitz


Wie schon so oft in der Geschichte der Brauerei, entschieden wieder die Frauen über das Schicksal und die Zukunft des Familienbesitzes.

Auf den Bildern sehen Sie die beiden Witwen:
Therese Müller (li) und Maria Zötler (re)

Sie führten gemeinsam die Brauerei durch die Kriegswirren fort.

Wie durch ein Wunder ist es Maria Zötler nach dem Tod von Theresia Müller (1939) gelungen, mit tatkräftigen Mitarbeitern die Brauerei über den II. Weltkrieg zu erhalten.

Der Grundstein für DIE heutige Brauerei wird gelegt


Nach Rückkehr aus der Gefangenschaft und anschließendem Studium in Weihenstephan übernahm Sohn Herbert 1949 als frisch gebackener Diplom-Braumeister im Alter von 25 Jahren die Geschicke der Brauerei.

Im April 1950 heiratete er Ida Schuler aus Deisslingen im Schwarzwald und das Wachstum der Brauerei Zötler konnte beginnen.

Waren es bei der übernahme am Ende des II. Weltkrieges noch ganze 2.500 hl Ausstoß, konnten Anfang der 80er Jahre bereits stolze 75.000 hl in den Ausstoßstatistiken vermerkt werden.

Seit 1984 war dann die 20. Bräu-Generation an der Reihe: Herbert Zötler (III.) heiratet seine Frau Barbara und tritt im im Alter von 32 Jahren in die Fußstapfen seiner Vorfahren als Bräu von Rettenberg. Vier Jahre später übernimmt er als geschäftsführender Gesellschafter das Zepter von seinem Vater, der am 23. April 2010 (am Tag des bayerischen Bieres) 86-jährig verstarb.

Die beiden Gesellschafterfamilien Zötler und Müller (Georg und Michaela Müller, geb. Zötler) übernahmen Erbe und Verantwortung. Ab Mitte 2013 ist auch der Sohn von Herbert Zötler, Niklas, als Gesellschafter eingetreten und arbeitet seither erfolgreich in der Brauerei mit.








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